Sucht


Wie sie da vor mir kniet, den Hintern hochgestreckt, die Beine so weit gespreizt. Hände, weit von sich gestreckt, gebunden. Den Kopf zwischen den Armen. Feuchtes Haar in einzelnen Strähnen. Schweiß der sich langsam, stetig aus der Achselhöhle, die Seite entlang zu den Brustwarzen, seinen Weg bahnt. Die Haut, überzogen mit einem feuchten Film extrahiertes aus Lust, Schmerz, Qual, Geilheit, Sehnsucht, Zorn, Widerwillen, Hingabe. Ein Faden aus der Fotze, der Schwerkraft folgend, mit Perlen bestückt. Stetiger Nachfluss, sich sammelnd zu einem großen Tropfen an zähem Band, leichtes Schwingen. Der nächste Hieb wird ihn zu Fall bringen. Hartes Keuchen. Ich kann den Schmerz mitfühlen, ihn aufsaugen wie den Duft von Amber. Rote dicke Wülste am Gesäß, pochend, pulsierend. Dazwischen die weiße unberührte Haut, fast jungfräulich. Anblick wie ein weißes Feld das durch meine Hand umgepflügt worden ist und der Aufbruch sich zeigt in leuchtendem Rot. Der Atem geht stoßweise. Ihrer, meiner. Selbstbeherrschung. Die Lust diesen Körper zu zerfetzen. Über die Grenzen gehen wollen. Bis zu meiner Grenze... Und sie kniet da. Für sich selbst, für mich- ein Uns! Jede Pore ihres Körpers schreit mich an- nimm! Es gehört alles dir! Mach was du willst.

Und ich knie mich neben sie, meine Hand krallt sich fest in ihrem nassen Haar, reiße ihren Kopf nach oben, drehe ihn in meine Richtung, sehe ihr in die Augen. Offen sieht sie mich an. Der Mund leicht geöffnet, der heiße Atem stoßweise. Ein Lächeln in ihren Augen. Sie weiß um ihre Macht. Sie weiß das sie meine Sucht ist. Ich hasse sie in diesem Moment. Und während ich sie Küsse denke ich daran...



[© Mitternacht1955]